Irgendwann….
Es war einmal ein kleiner Gärtner, der einen Apfelbaum pflanzte.
Jeden Morgen lief er hinaus und schaute nach, ob schon Äpfel daran hingen.
Am ersten Tag war da nichts. Am zweiten Tag auch nicht. Nach einer Woche nicht. Nach einem Monat immer noch nicht.
Der kleine Gärtner wurde unruhig. Also goss er mehr Wasser. Viel mehr Wasser.
Als das nichts änderte, lockerte er die Erde.
Dann grub er vorsichtig, um nachzusehen, ob die Wurzeln schon gewachsen waren. Wenige Tage später tat er es wieder. Und wieder.
Eines Tages kam eine alte Frau vorbei und fragte:
„Warum buddelst du jeden Tag deinen Baum aus?“
„Weil ich sehen will, ob er wächst.“
Die Frau lächelte gutmütig. „Dann wird er es schwer haben einen festen Stand zu bekommen und stark zu werden, um die ganzen Äpfel zu tragen.“
Der kleine Gärtner dachte lange darüber nach und begann seinen Baum normal zu gießen. Er achtete einfach auf ihn und ließ ihn ansonsten in Ruhe.
Die Tage vergingen, Wochen, ja ganze Jahreszeiten wechselten.
Und eines Morgens bemerkte er etwas: Der Baum war nicht nur längst gewachsen. Er stand fest in der Erde, trug Blüten und schenkte Schatten. Bienen, Hummeln und allerlei Insekten summten durchs Geäst.
Der Frühling zog weiter und machte dem Sommer Platz.
Wo einst die Blüten gewesen waren, wuchsen nun kleine grüne Früchte. Anfangs waren sie kaum größer als Murmeln. Doch mit jedem Sonnenstrahl und jedem Regenschauer wurden sie ein wenig größer.

Als der Herbst kam, leuchteten die Äpfel rot und goldgelb zwischen den Blättern hervor.
Der kleine Gärtner pflückte einen nach dem anderen, füllte einen ganzen Korb und trug ihn voller Stolz nach Hause.
Dort schälte er die Äpfel, schnitt sie in kleine Stücke und buk daraus einen großen Apfelkuchen.
Er lud alle Freunde ein und alle Nachbarn mit ihm zu feiern und zu genießen.
Als der Duft durch das Haus zog und der erste warme Kuchen auf dem Tisch stand, saß er glücklich zwischen Freunden und Nachbarn und lächelte zufrieden.
Nichts war an einem einzigen Tag geschehen, sondern an all den Tagen, an denen er dem Baum Zeit gelassen hatte, ein Apfelbaum zu werden.
