Die etwas andere Hofgeschichte

Juni, Sommer, wundervolles Wetter, die Grillen zirpen. Ein Hauch lauen Windes streichelt die Haut….

MÖÖÖÖP. Wir sind in Deutschland.

Wundervolles Wetter? Sei mal ganz leise. Hörst du das Gelächter?
Regen, starker Wind und statt Grillen verdammte Fliegen.
Dazu fliegendes Stroh und Staub, der die Sahara neidisch werden ließe.

So nämlich sah der Aufbau aus.

Ich war auf einem Hoffest. Ein uralter, uriger Bauernhof am Allerwertesten der Welt.
Also nicht direkt, aber sehen konnte man ihn von da sehr gut.

Leider konnte man auch Freitag schon sehen, wer Sonntag zum Mittag kommt.
Ich sag’s mal so: Viele waren es nicht.

Der Stimmung wegen wurde der Platz von Strohballen gesäumt.
Eigentlich schön.
Wenn der Wind nicht beschlossen hätte, daraus Streudeko zu machen.

Wer mich kennt, weiß, dass mein Stand nahezu immer hell ist.
Das anfängliche Hellbeige / Wollweiß wandelte sich bis Sonntag in betongrau und hellbraun.
Inklusive mehrerer Kilo Deko-Stroh. Bis in die Unterwäsche, ich will nicht drüber reden.

Jedes Teil auf dem Tisch hatte seinen staubigen Überzug.
Mein Platz war toll unter einem Dach. Regengeschützt. Haha, denkste.

Als Gießbert dann seine 54000l „strahlenden Sonnenschein“ hernieder regnen ließ, merkte ich es auch.

Ein winziges helles Pünktchen unter der Dachpfanne erzählte nicht, hier hat sich ein Vogel im Flug erleichtert, nein, das war das Loch, durch das der Regen direkt auf die äußerste Tischkante tropfte.

„Sei doch froh“ wirst du jetzt denken „wenigstens nicht auf die Seifen“

Stimmt, aber die Tischdecke identifizierte sich als Docht und zog das schmuddelige braungraue Wasser von unten wieder hoch. Es sah aus als hätte der Tisch einen sehr schmutzigen Weihnachtsbaum überfahren.

Die Kundschaft ließ leider, aber erwartungsgemäß auch auf sich warten. Damit hatten wir Aussteller Zeit bei den Kollegen zu shoppen. Das muss man sich sonst besser einteilen.

Es war nichts los.
Und ganz ehrlich – wen wundert’s bei dem Wetter?

Fazit:
Außer Spesen nix gewesen.

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